Statistik:5

HINTERGRUNDBERICHTE

Bezugsquelle

Schwarzwälder Bote/dpa 1999, eh immer noch aktuell

* 65 Jahre und aelter

Grafik:  Kleinbauer

Die Senioren werden immer wichtiger

Unternehmen und Werbung sehen die Senioren mehr und mehr als spezielle und kaufkraeftige Kaeuferschicht. Staedte und Gemeinden erkennen die besonderen  Beduerfnisse dieser Einwohnergruppe; Mediziner, Pflegeberufe und Sozialarbeiter entdecken den Bereich der »Geriatrie«. Wie aber lebt diese staendig wachsende  Bevoelkerungsgruppe, die heute schon fast ein Sechstel der Bevoelkerung stellt?  5,4 Millionen Frauen ueber 65 sind nicht (mehr) verheiratet. Dagegen sind »nur« 1,1 Millionen aeltere Maenner alleinstehend. Drei Millionen Frauen und 3,8  Millionen Maenner sind verheiratet - Maenner oefter mit juengeren Partnerinnen.

Na gut, es ist eine Statistik und real, heute ist Sternzeit 15.05.2001, da haben wir uns vertan, leider  haben Unternehmen und Werbung, Staedte und Gemeinden, Mediziner, Pflegeberufe und Sozialarbeiter noch nichts endeckt!!! Wer ist denn eigentlich die zukuenftige Zielgruppe der Wirtschaft. Vielleicht gibt es noch Hoffnung.!!( Alles Klar oder haben Sie Zweifel.)

Grafik: Kleinbauer Quelle:Globus

So, den Spruch kennen ja nun mitlerweile alle, und zwar amtlich  und ohne bla, bla, jeden 4ten trifft es in unserer Gesellschaft (also 25%), deswegen nur mal ein Auszug als Beispiel: s. unten.

Zwangslaeufig nimmt auch die Zahl der Pflegefaelle zu

Anteil der geistig verwirrten Heimbewohner waechst /

Betreuer vermissen Zeit fuer psycho-soziale Betreuung

Von Tatlana Flade (dpa)

Frankfurt. »Pflegebeduerftig« - eine Horrorvision fuer die meisten.  Hilflos und abhaengig sein, wie ein Baby gefuettert und gewaschen werden, dazu noch oft geistig verwirrt. »Pflegebeduerftig « - fuer immer mehr Menschen jedoch ist das Realitaet, denn mit der steigenden Lebenserwartung waechst auch die Zahl derjenigen, die alt und hinfaellig geworden auf staendige Hilfe angewiesen sind.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden bezogen 1997 fast 1,7 Millionen Menschen Leistungen der Pflege Versicherung. Knapp 1,2  Millionen  werden zu Hause betreut, die Uebrigen in Heimen. Insgesamt leben aber rund 660.000 Senioren in Heimen.

Angehoerige sind zahlenmaeßig der groeßte Pflegedienst in Deutschland, »stellt Ursula Wetzel vom Referat Altenhilfe beim Deutschen Caritasverband fest. Doch die psychischen und physischen Belastungen fuer die Familien sind groß und  uebersteigen oft die Kraefte.» Privatleben, freies Wochenende oder gar Urlaub muessen Pflegende meist aus ihrem Wortschatz streichen «, sagt der Marburger Gerontologie Thomas Brunner. Besonders schlimm wird es, wenn die alten Menschen geistig verfallen oder sich psychisch veraendern. Zermuerbt sehnt mancher sogar den Tod der Mutter oder des Großvaters herbei.

Die von  der Pflegeversicherung vorgesehenen Kurse reichen nach  Auffassung der Alterswissenschaftlerin Gabriella Zanier nicht aus, die pflegende  Angehoerige in Frankfurt betreut. Manchen geht es so wie der 50jaehrigen, die beschaemt zugibt, ihre an Alzheimer erkrankte Mutter grob behandelt, sogar schon geschlagen zu  haben. Die Formen der Gewalt sind vielfaeltig - sie reichen von Beschimpfen oder  Demuetigen bis zu Vernachlaessigung und Kneifen oder Schlaegen.

Heime  sehen sich ebenfalls mit wachsenden Problemen konfrontiert. Der Anteil der  Bewohner mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer nehme staendig zu,  berichtet der  Leiter des Alten- und Pflegeheims der Frankfurter  Heilandsgemeinde, Walter Paul. »Wir sind auf dem Weg zu Siechenheimen «, warnt  der Fachmann, der im Auftrag der SPD-Bundestagsfraktion die Probleme der Altenheime zusammenfaßte.

Der Deutschen  Alzheimer-Gesellschaft zufolge leiden in Deutschland bereits bis zu einer Million Menschen an der Krankheit. Deren Zahl koennte bis 2010 auf 1,5 Millionen steigen. Die Kranken verlieren ihr Gedaechtnis, sind orientierungslos und hilflos.

Tolle Aussichten, haben Sie es immer noch nicht verstanden, nebenbei diese geamte Statistik und Hintergrundinformation, ist nur ein Auszug von vielen, es  gibt keinen der sagen kann, das Thema geht mir zu deutsch am “A” vorbei (Sorry) und es betrifft mich nicht. Dann verabschieden Sie sich und klicken weg!!! Aber tun Sie  es lieber nicht, denn jeder 3. kommt dank unserer fortschrittlichen Medizin in  Zukunft dahin.

Mitarbeiter  in Altenheimen erneuern ihre Kritik an der seit Anfang 1995 bestehenden Pflegeversicherung. »Die psychosoziale Betreuung der alten Menschen ist nicht gewaehrleistet«, sagt Altenpflegerin Barbara Seidel. »Frueher hatten wir mehr Zeit fuer die Bewohner, haben mit ihnen Spiele gemacht oder gebastelt  -das geht heute nicht mehr «, ergaenzt ihre Kollegin Regine Bender.

Die »Pflege im Minutentakt« belastet das Personal: Kaemmen - eine Minute, Zaehneputzen - fuer fuenf Minuten, Essen reichen - 15 Minuten. Soviel Zeit haben die Pflegerinnen fuer die Hilfsbeduerftigen. Die Minutenwerte sind  »Zeitkorridore«, nach denen der Medizinische Dienst bemißt, in welche  Pflegestufe die Betroffenen  eingruppiert werden von I »erheblich« bis III »schwerstpflegebeduerftig«.

Zudem muessen die Pfleger jeden Handgriff auf einer Strichliste  abhaken. Vieles ist darauf nicht vorgesehen: Stuerzt ein alter Mensch auf der Station oder muß zweimal gewaschen werden, kostet das Zeit, die woanders eingespart werden muß. »Wir ziehen viel von unserer Pause ab «, sagt Regine Bender. Schließlich sollen  die aIten Menschen nicht unter den begrenzten Vorgaben leiden. Jetzt wissen wir, dass das in der Regel nicht mehr funtioniert.

Aber es gibt auch Ausnahmen, statt nur Zukunftsfrust

Das  Internet-Cafe »Anschluß « des Frankfurter Verbandes fuer Alten-  und  Behindertenhilfe ist nicht das einzige seiner Art in Deutschland, in dem  Senioren die Gelegenheit geboten wird, sich mit dem neuen Medium vertraut zu  machen. Foto: dpa

Beim Thema zu  bleiben

Nicht nur der Einzelne wird aelter!!!!

Das  »Jahr der Senioren 1999« ( muesste es eigentlich jedes Jahr geben) der UNO hebt Veraenderung der Gesellschaften hervor.

New York (dpa). Die Revolution kommt auf leisen Sohlen: Weltweit steigt die Lebenserwartung der  Menschen, und der Bevoelkerungsanteil der Aelteren wird  immer groeßer. Schon in wenigen Jahrzehnten wird die Menschheit dadurch vor neue, große  Herausforderungen gestellt. Deshalb haben die Vereinten Nationen auf der  Schwelle zum naechsten Jahrtausend das »Internationale Jahr der Senioren« deklariert und das Jahr 1999 unter das Motto »Eine Gesellschaft fuer alle Lebensalter« gestellt. Es soll dazu genutzt werden, Visionen zur Gestaltung der  Zukunft zu entwickeln - sowohl in den Industrienationen als auch in Laendern der  Dritten Welt. Uebrigens hatten Sie das gewußt? Macht nichts, denn wir sind zum  Glueck nicht ausgeschlossen.

Der  Anteil aelterer Menschen an der Weltbevoelkerung nimmt rasant zu. In Deutschland  wird nach Schaetzungen bis zum Jahr 2040 mehr als jeder dritte  Buerger aelter als 60 Jahre sein. Schon jetzt werden gut 21 Prozent der 82  Millionen Einwohner  zu den Aelteren gezaehlt.

Dabei  laest sich der Beginn des Alters schwer definieren. In den  Industrielaendern  markiert das Ende des Berufslebens die Grenze. Wissenschaftler und Statistiker  beginnen in der Regel Menschen von 60 Jahren an zu den Aelteren zu zaehlen. Das  entspricht in etwa dem tatsaechlichen  Renteneintrittsalter, das 1997 in Deutschland bei 59,6 Jahren lag. Dabei wurden  jedoch auch Vorruhestaendler und Empfaenger von Berufsunfaehigkeitsrenten mitgezaehlt. Aber so ganz sollte man daran nicht glauben, denn seit dem 01.01.2001 ist die Berufsunfaehigkeit und Erwebsunfaehigkeit fuer die Jahrgaenge, die nach dem 31.12.1960 geboren sind, weggebrochen. Das wuerde so einige Statistiken wieder schön machen. Die richtige Wahrheit sieht aber alarmierend aus, mehr als 200.000 Fruehrentner pro Jahr, 20 Prozent aller Neurentner des Jahres 1999 sind Fruerentner, Tendenz steigend.

Die  finanzielle Absicherung des Alters ist seit langem das alles  beherrschende  Thema, wenn es um das Altern in Deutschland geht. Mit Einfuehrung  der  Pflegeversicherung zum  1.April 1995 wurde die soziale Betreuung und Absicherung aelterer,  kranker Menschen verbessert, auch wenn das System nach  Ansicht der Betroffenen  Maengel aufweist.

Kuenftig muessen immer weniger junge Menschen fuer immer mehr aeltere Menschen mitsorgen. Angesichts des rasanten Schwundes bezahlter Arbeit fuer alle ist dies das groeßte Problem, fuer das Politiker ueberall eine Loesung suchen. Mancher  fuerchtet den Ausbruch eines »Krieges der Generationen«, was Worte wie das von  der »Rentnerschwemme « oder Buchtitel wie »Die Altenexplosion« unterstellen. Dabei wird haeufig vergessen, dass die Probleme der Rentenkassen nicht auf die  hoehere Lebenserwartung, sondern auch auf eine verlaengerte Jugendzeit, den  immer spaeteren Start in das Berufsleben, zurueckzufuehren sind.

Gut, jetzt sind ja wieder ein paar Jahre vergangen und koennen nicht mehr von den  Betroffenen-Annahme-Mangel ausgehen, sonst haette die Regierung kein neues  Gesetz ueber die Streichung der BU und EU beschlossen. Wir sollten so lange alle begreifen, dass die Zukunft so ist und keine neuen Gesetze daran was aendern koenen, die sozialen Absicherungs-Saeulen vor dem broeckeln zu bewahren. Das bedeutet Privatvorsorge, auch wenn es so manchen Zeitgenossen nicht schmeckt.

Altersforscher wie die fruehere Bundesfamilienministerin Ursula Lehr (CDU) kaempfen gegen ein »Herbeireden« des Generationenkonflikts und das  weitverbreitete Vorurteil, das Alter mit Krankheit und Armut gleichsetzt. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Untersuchungen belegen, dass heute die meisten  aelteren Menschen laenger gesund, unabhaengiger und aktiver denn je  sind.

Ich finde solche Zitate immer wieder irrefuerend Frau Lehr. Es ist eine gute Sache mit dem Vorurteil aufzuraeumen, denn Alte und Behinderte Menschen lassen sich nicht hinter den Kachelofen verstecken (Richtig), aendert aber nichts an der Tatsache und an den oben genannten Fakten. Zur Erinnerung, es muß bezahlt werden!!! Denn schon 2040 muessen 2 Arbeitnehmer fuer einen Rentner aufkommen, mehr Kommentar braucht es hier bestimmt nicht mehr, oder? Die meisten Sozial-Pott-Flicker (sprich politisch Verantwortliche) leben da nicht mehr, aber die die heute geboren werden und die die jetzt dafuer den Grundstein als junge Familie legen. Von wegen kein Generationenkonflikt. Nur traurig das es so viele Buerger gibt, die dem Geschwaetz soviel Beachtung schenken, dass Vater-Staat es schon richtig macht. Schade, diese Glaeubigen muessen dafuer am Tag X bitter bezahlen.

So, man soll ja nicht alles schlecht machen, denn die Gesellschaft kann mit kleinen Schritten etwas dagegen lenken, oder sollte es sogar!

Solidaritaet der Generationen zum Ziel der Aktion gesetzt

Das  »Internationale Jahr der Senioren« (IJS) soll helfen, Klischees abzubauen, das  Gespraech, Verstaendnis und die Solidaritaet der Generationen mit- und fuer  einander zu foerdern. Deutschland hat dafuer eine eigene »Nationale Kommission«  eingerichtet, in der mehr als 100 staatliche und nichtstaatliche Organisationen vertreten sind. Darin arbeiten nicht nur Wissenschaftler und Politiker mit,  sondern auch viele aeltere Menschen selbst. Sie fuehren vor, was Lehr auch den  Jungen empfiehlt: lebenslanges Lernen und Engagement als beste Vorbereitung fuer  die dritte Lebensphase.

Die  68jaehrige geht noch weiter: Jeder muesse alles fuer ein gesundes Altern tun und  duerfe das Ende des Berufslebens nicht als Austritt aus der Gesellschaft verstehen. Kuenftig laute die Frage auch:

»Was koennen die Alten fuer die Gesellschaft tun?« Die 67jaehrige Lydia Hampe, die im Fitneßcenter des Hamburger Sportvereins ETV trainiert, gehoert zu den »jungen Alten«, wie Altersforscher die 60- bis 75jaehrigen nennen, die oft (noch) nicht unter Krankheit, Einsamkeit und Hilfsbeduerftigkeit leiden. Foto: dpa

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